Samstag, August 25, 2007

Muss haben!

Eine Glotze an der Badewanne? Geil! Von so was hat mir meine Freundin Elli schon aus Japan berichtet. Was für ein Traum. Ermattet nach einem harten Arbeitstag oder durchgefroren nach ein paar Stunden am Bruchweg im Winter ins Schaumbad sinken und sich vollkommen dem sinnlosen Medienkonsum hingeben. Die Dinger sind spritzwasserfest und der Rahmen besteht aus V2A- Stahl. Angeblich auch von Laien problemlos zu installieren. Hätten wir das doch schon vor unserer Satellitenverkabelungsaktion gewusst! Schönheitsfehler: Das Teil kostet ca. 1.500 €.

Freitag, August 24, 2007

Heimspiel

Nach der beschämenden 2:1 Niederlage gegen Angstgegner Greuther Fürth am letzten Wochenende spielen die Mainzer heute wieder im heimischen Bruchwegstadion, das jetzt "Coface- Arena" (!) heißt, gegen den Mitabsteiger Borussia Mönchengladbach. Als ich nach der Arbeit an der Straßenbahnhaltestelle warte, stehen neben mir vier 05er Fans mit einem Fass Bier unter dem Arm, die mir lauthals Fangesänge ins Ohr grölen. Im Stadion finde ich das ja auch noch ganz nett und singe dann auch gerne mal aus voller Kehle mit, aber wenn ich gestresst von der Arbeit komme oder zu schlafen versuche, kann das mitunter etwas lästig sein.

Da die anderen Mädels keine Zeit zum Training haben (Dauerkarte 05/ Betriebsausflug/ Museumsuferfest) hocke ich zu Hause vor der Glotze/ dem Rechner und verlasse mich auf meinen Spielstandsindikator Domsgickel und den SMS- Service von Elli, die das ganze vor Ort geniessen darf. Schon nach wenigen Minuten erschallt wiederholt Jubelgeheul. Zur Halbzeit führen wir 2:0, in der zweiten Halbzeit fallen nochmals zwei Tore für uns, Mönchengladbach erzielt in der 73. Minute noch einen Ehrentreffer. Also, wenn wir jedes Heimspiel 4:1 gewinnen, dürfte dem direkten Wiederaufstieg eigentlich nichts im Wege stehen. Was für ein schöner Start ins Wochenende!

Montag, August 13, 2007

Punk´s not dead #2

In der Reihe "Für immer Punk" zeigt das ZDF heute um 0.00 den Auftaktfilm "Punk in Dschungel".

Der Dokumentarfilm "Punk im Dschungel" begibt sich mit der schwäbischen Punkband "Cluster Bomb Unit" auf eine Reise durch Indonesien. Wir entdecken eine junge Generation zwischen islamischer Tradition und westlichem Lifestyle und erleben Popmusik als Katalysator für gesellschaftliche Veränderungen.

Na, da bin ich aber mal gespannt! Weder kenne ich besagte Band, noch kamen mir die Indonesier bei meinem letzten Besuch sonderlich punkig vor. Mit Indonesien verbinde ich eigentlich ständig diskret im Hintergrund bimmelde Gamelan- Musik. Aber wahrscheinlich war ich auch nur an den falschen Orten.

Auftaktsieg

Erbost muß ich feststellen, dass die Spiele der zweiten Bundesliga doch nicht im freien Fernsehen übertragen werden. Mann, das war vor drei Jahren aber noch anders! Also bin ich wie bisher auf die Geräuschkulisse aus der Kneipe gegenüber und den Teletext angewiesen. Dem Gekreische nach sieht es ganz gut aus, schon nach fünf Minuten steht es 1:0 für den FSV und so geht das trotz dreier verletzter Stammspieler fröhlich weiter. Schließlich deklassieren die 05er den TuS Koblenz verdient mit 4:1, das Gegentor wird den Koblenzern in der 72. Spielminute geschenkt. Ein größeres Torfeuerwerk bietet die Begegnung FC Augsburg gegen den TSV 1860 München, die 2:6 endet. So stehen wir jetzt hinter München an Platz 2 der Tabelle, kein schlechter Auftakt. Weiter so!

Freitag, August 10, 2007

English for runaways

Da der Anglizismusartikel offensichtlich ein Ankommer war, hier ein Beweis dafür, dass auch andere Völker sich mit dem richtigen Gebrauch der englischen Sprache schwer tun. Und wer anders als unsere chinesischen Freunde könnten mit leuchtenderem Beispiel vorangehen?
(Gefunden auf www.shanghaiist.com)

Bundesligastart 2007/ 2008

Die fußballose Zeit hat endlich ein Ende, denn heute startet die Bundesliga wieder. Der Stachel der Zweitklassigkeit sitzt immer noch tief und für uns Mainzer bedeutet das jetzt auch eine radikale Änderung unserer Fernsehgewohnheiten. Vorbei die Zeit, als man sich Samstag nachmittag bei irgendwelchen Freunden mit Premiere- Decoder einzeckte oder in muffige Kneipen rannte. Jetzt kommen die Spiele wieder im freien Fernsehen, und das Sonntags. Wir empfangen am Sonntag um 14.00 den TuS Koblenz und ich bin mal gespannt auf den neuen Kader. Persönlich glaube ich ja nicht, dass wir den direkten Wiederaufstieg schaffen. Aber das will nichts heißen, bin ich doch der personifizierte Zweckpessimismus. Außerdem sehe ich dem Auftritt des Bundesliganeulings SV Wehen- Wiesbaden mit einer gewissen Neugier entgegen, bietet sich doch hier eine hervorragende Gelegenheit, bei schlechten Leistungen des Teams die Wiesbadener an sich zu verhöhnen und zu demütigen. Die Steilvorlage liefert die Wehener Führungsebene: Zum Bundesligaauftakt feuern die erstmal ihren Trainer. Das geht ja schon gut los.

Alle Macht den Fledermäusen!

Fledermaus rettet Dresdner Weltkulturerbe
Buchstäblich in letzter Minute hat das Dresdner Verwaltungsgericht den Baubeginn der Waldschlösschenbrücke gestoppt. Grund ist der Schutz einer Fledermausart, der Kleinen Hufeisennase.

Dresden - Das Tauziehen um den Bau der Waldschlösschenbrücke durch das Unesco-geschützte Dresdner Elbtal nimmt kein Ende. Vorläufiger Stand: Die Brücke wird vorerst nicht gebaut - obwohl eigentlich am kommenden Montag die Arbeiten beginnen sollten. Ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Dresden bestätigte dies auf Anfrage. Das Gericht begründete das Urteil mit dem lückenhaften Wissensstand über die "Kleine Hufeisennase", einer geschützten Fledermausart. Auch für vorgesehene Schutzmaßnahmen wie etwa eine insektenfreundliche Beleuchtung sei nicht ausreichend belegt worden, dass diese nachhaltig greifen würden.
hoc/dpa/AP

Mittwoch, August 01, 2007

Andere Länder, andere Sitten

An anderer Stelle habe ich ja schon das Konzept des täglichen Photo- Blogs vorgestellt. Das gibt es natürlich nicht nur für Mainz, sondern auch für andere Städte. Der Erste eines Monats ist immer ein sogenannter Themen- Tag. Heute waren die Blogger aufgefordert, ein typisches Frühstück ihrer Region abzubilden. Als ich mir die Seite der singaporeanischen Blogger anschaute, war ich zunächst etwas unangenehm berührt, schienen sich doch alle Klischees über asiatische Speisegewohnheiten schauerlich zu bestätigen. Nach näherer Betrachtung des Bildes und der Lektüre der textlichen Erläuterungen war ich dann aber doch erleichtert.

Montag, Juli 30, 2007

Anglizismen, richtige Anwendung von

Bei der mittäglichen Lektüre von Spiegel- online stieß ich auf diesen recht amüsanten Artikel. Nun mag ja mitunter der Eindruck entstehen, ich sei eine hartnäckige Verweigerin der englischen Sprache und deren Lehnwörter. Stimmt so nicht. Ich wehre mich einfach nur gegen den unsinnigen und teilweise sinnentstellenden Gebrauch der einzigen Fremdsprache, die ich einigermaßen beherrsche und gegen die Vergewaltigung der Sprache, mit der ich aufgewachsen bin und die ich liebe. So schwillt mir jedes Mal der Kamm, wenn mein Rechner mich freundlich informiert, neue "Updates" stünden zum "download" bereit. Der Kragen platzt mir regelmäßig, wenn nach erfolgter Aktion verkündet wird, die "Updates" seien "gedownloadet" worden. Herrgott nochmal, kann man da nicht einfach "Aktualisierung" und "herunterladen" benutzen? (Aber da mein alter Kumpel Steve jetzt bei Microsoft arbeitet, kann man da sicherlich was machen. Oder, Steve?)

Aber was die Herren von der "Stiftung deutsche Sprache" da anregen, geht selbst mir zu weit. Obwohl da durchaus originelle Wortschöpfungen zu finden sind, über die es sich nachzudenken lohnt. Und die verzweifelte Verteidigung deutscher Wörter gegenüber englischen etwas rührendes an sich hat.

Als Beispiel für eine sinnvolle Anwendung von Anglizismen mag das Wort "Firewall" stehen. So gibt es ein Buch des schwedischen Autors Henning Mankell namens "Die Brandmauer".
Ich habe erst nach der Lektüre von ca. einem Drittel des Buches gerafft, dass da auf besagte Firewall angespielt wird. (Gut, mag vielleicht auch daran liegen, dass für mich das deutsche Wort allein schon aus beruflichen Gründen eine andere Konnotation hat.)
In diesem Zusammenhang sei auf einen sehr schönen und für mich unübersetzbaren Anglizismus verwiesen, der das Blockieren von Internetseiten durch die chinesische Regierung umschreibt: Great Firewall of China (GFW), die Betroffenen sind GFW-ed. Leider unterliegt auch blogger seit kurzem dieser Zensur, wie einige von uns bei ihrer letzten China- Reise schmerzlich erfahren mussten.

To boldly go where no man has gone before

Bravo Jungs und Mädels! Als alter Trekkie kann ich dazu nur sagen: Zephram Chochran wird euch sicherlich als leuchtende Vorbilder im Kopf haben, wenn er im Jahre 2063 den Warp- Antrieb erfindet.


SICHERHEITSMÄNGEL BEI DER NASA
US-Astronauten sollen betrunken ins All gestartet sein

Neue Pannen bei der Nasa: Dem Bericht eines Fachmagazins zufolge sollen Astronauten beim Start in den Weltraum betrunken gewesen sein. An einem Computer der Raumfähre "Endeavour" stellte die Behörde knapp zwei Wochen vor dem Start zudem einen Sabotageakt fest.

Cape Canaveral - Astronauten der US-Raumfahrtagentur Nasa haben offenbar mehrfach die Flugerlaubnis erhalten, obwohl sie betrunken waren. Aus einem internen Untersuchungsbericht der Nasa gehe hervor, dass dies mindestens zweimal geschehen sei, berichtete das Fachblatt "Aviation Week & Space".

Die Astronauten seien derart betrunken gewesen, dass Kollegen und Ärzte sie als Risiko für die Sicherheit des Fluges eingestuft hätten, hieß es. Um welche Raummissionen es sich dabei gehandelt haben soll, schrieb die Zeitschrift nicht. Die Astronauten nahmen dem Bericht zufolge große Mengen Alkohol zu sich - auch in den zwölf Stunden vor dem Start, in denen dies strengstens verboten sei.

Ein Mitarbeiter der Nasa, der namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte, dass in der Studie von Alkoholkonsum die Rede sei. Die Informationen basierten jedoch auf anonymen Interviews und seien nicht begründet.

Die Nasa kommentierte den Bericht nicht, nach Angaben der "Aviation Week & Space" ist für heute aber eine Pressekonferenz zu dem Bericht geplant. Die Untersuchungskommission, die den Bericht verfasst hat, wurde eingesetzt, nachdem die ehemalige US-Astronautin Lisa Nowak offenbar versuchte, eine Kollegin und Nebenbuhlerin zu entführen. Die 43-Jährige muss sich in dem Fall zurzeit vor Gericht verantworten.

phw/Reuters/AFP

Ohne Worte

Als Internetbeauftragte unseres Vereins erreichen mich auch diverse Anfragen zu unseren Kursangeboten. Manche sind so originell, dass man ihnen schier ein eigenes blog widmen wollte, manche schlicht unverschämt, manche aber auch einfach nur erschütternd. Hier das bis jetzt eindrucksvollste Dokument orthographischen Scheiterns:

Hallo meine Name ist X. ich bin 24 jahre alt und treniere Wushu seit ich 6 bin, ich wollte einfach mal fragen wie das Treining bei euch ablauft,gibt es bei euch die Basen bewegungen ich meine die 15 basen bewegungen für Hüfte, Beine und Arme?

Freunde, da ist selbst mir nix mehr zu eingefallen.

Donnerstag, Juli 19, 2007

Ja, sind wir denn in China?

Zoo-Tiere zum Verzehr verkauft

Mitarbeiter des Erfurter Zoos sollen Tiere aus dem Gehege getötet und zum Verzehr verkauft haben. Und das seit mehreren Jahren. Nur durch Zufall kam ihre heimliche Methode der Geldmacherei ans Tageslicht.

Erfurt - Die Tiere sind in den vergangenen Jahren mehrfach ohne die erforderliche Genehmigung mit einem Bolzenschussgerät getötet und teilweise zum Verzehr verkauft worden. Dies sei im Rahmen von Personalgesprächen nach einer Prüfung des Rechnungsprüfungsamtes ans Tageslicht gekommen, teilte die Stadt Erfurt mit.

Der Oberbürgermeister der thüringischen Landeshauptstadt, Andreas Bausewein, erstattete Strafanzeige gegen die Tatverdächtigen. Wegen des laufenden Verfahrens wurden noch keine Angaben zu möglichen Hintergründen und den betreffenden Zoomitarbeitern gemacht.

jjc/dpa

Glaubensbekenntnis

In der Fußballkolumne "Glaubensbekenntnis" der heutigen Online- Ausgabe des Spiegel huldigt die Journalistin Mara Braun unserem geliebten Fußballverein in dem Artikel "Oh Mainz, mein Mainz". Bei der Lektüre war ich gerührt, erfolgte doch meine Apotheose auf ganz ähnliche Art und Weise im Q- Block. Damals siegten wir 2:1 gegen Nürnberg und wir spielten noch in der zweiten Liga. Auch den Schmerz der Autorin über Niederlagen und Abstieg vermag ich durchaus nachzuvollziehen. Der Artikel schließt mit einem Zitat des Innenverteidigers Nikolce Noveski: "Vielleicht muss man manchmal einen Schritt zurück tun, um drei Schritte nach vorne zu kommen." Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Mittwoch, Juli 18, 2007

Sommerzeit 2

Endlich wird es warm und außerdem kommt Stefanie von ihrem Zelturlaub in der Mongolei zurück. Ein Grund, sich mit frisch rasierten Extremitäten und schillernd lackierten Krallen in den schicken Sommerfummel zu werfen und sich auf ein Glas Wein nach Gonsenheim ins Cafe Reiss zu begeben. Dort lauschen wir ergriffen Stefanies Reiseerlebnissen und bewundern eine Flut von Fotos. Prophet Kloppo zeigt sich zwar nicht seinen Jüngern, aber trotzdem ein schöner Abend.

Samstag, Juli 14, 2007

Seltsame Begegnungen

Vor ein paar Tagen habe ich hier über meine Punk- Vergangenheit geschrieben. Was ich fast völlig verdrängt habe, ist die Prä- Punk Zeit. Dazu muss man sagen, dass ich- obwohl in Hannover geboren und einige Zeit in Konstanz aufgewachsen bin- vor meinem Unzug nach Mainz die meiste Zeit meines Lebens in einem grauenhaften, spießigen Kaff namens Friedrichsdorf im Taunus vor mich dahinvegetieren musste. Da wurde mein Musikgeschmack maßgeblich von den älteren Brüdern meiner Schulfreundinnen geprägt. Aber die haben mir auch beigebracht, auf welchen Sendern geile Sachen laufen. 1980 zogen wir nach Mainz, was für mich in etwa das war wie ein Umzug von einem Kuhdorf in eine Großstadt. Da meine Mutter uns streng preussisch erzogen und äußersten Wert auf korrektes Hochdeutsch gelegt hatte, verstand ich die Eingeborenen hier erstmal überhaupt nicht. Aber gegen Friedrichsdorf war Mainz cool. Und das habe ich zügig ausgenutzt.
Das erste "richtige" Konzert in meinem Leben war Jethro Tull in der Frankfurter Festhalle. Da war ich 15. Und da durfte ich auch nur hin, weil ein paar volljährige Typen mit dabei waren. Und was haben die gemacht? Erstmal noch auf dem Bahnsteig einen durchgezogen. Wenn Mutti das wüsste.

Jethro Tull fand ich damals so geil, dass ich Querflöte spielen gelernt habe.

Nicht, dass ich heute einen anständigen Ton aus dem Ding rauskriegen würde. Aber damals war ich nicht schlecht. Vor allem wenn ich meinen vor Wut über die misrablen Mathematikleistungen seiner ältesten Tochter tobenden Vater besänftigen konnte. Einfach seine Lieblingsmusik aus "Barry Lindon" spielen und gut ist. Und den Deutschaufsatz präsentieren.

Jedenfalls habe ich heute einer spontanen Laune nachgegeben und mir eine 3- CD Box von Jethro Tull gekauft. Jetzt höre ich die. Wiedersehen mit Jugendfreunden. Altmodisch. Jahrelang vergessen und jetzt fällt mir ein, wie verzweifelt ich versucht habe, das damals nachzuspielen. Irgendwie süß.

Und irgendwie schliesst sich der Kreis: Zu meinem 14. Geburtstag, der letzte, den ich in Friederichsdorf verbracht habe, habe ich mir von XTC deren erstes Werk "Drums and Wires" gewünscht. Jahre später war "Oranges and Lemons" die letzte Platte, die ich mir auf Vinyl gekauft habe.