Donnerstag, März 20, 2008

Kampfansage #2


Voll der Streß im Büro, da vor Ostern noch ein Wettbewerb fertig gestellt werden muss, Mittagspause fällt flach, aus der Macht der Gewohnheit heraus habe ich jedoch das Chatfenster offen und vergessen, meinen Status auf "beschäftigt" zu setzen. Als ich gerade mit einer Riesen- Photoshop Datei jongliere, ploppt das Fenster auf: Mein heiß und innig geliebter großer Bruder.

Natürlich will ich sofort wissen, was denn der Stand der Dinge ist. Und Xiao Lu erzählt mir, dass der Herausforderer unterlag. (Natürlich habe ich daran nie gezweifelt.) Nach seiner unrühmlichen Heimkehr hat der erstmal einen Artikel ins Netz gestellt, dass Wu Mao Gui wirklich ein unglaublich gutes Gongfu habe, er über wahnsinnige Kräfte verfüge und er ihn jetzt sehr bewundere.

Und da ich weiss, dass Chinesen gerne mal eine sehr dehnbare Auffassung von realitätsnaher Berichterstattung haben, suche ich natürlich sofort im Netz nach chinesischen Artikeln über Meister Wu und bin überrascht, wieviel Zeug ich da finde. (Für die Trekkies unter uns kann ich zu diesem Punkt nur Elim Garak zitieren: "Wahrheit ist nur ein Mangel an Phantasie")

Nicht ganz unbescheiden fügt Xiao Lu hinzu, ein anderer Typ habe im Netz geschrieben, er habe im He Ping Park einen von Meister Wus Schülern üben gesehen (nämlich ihn) und daraufhin nicht gewagt, mit dem zu kämpfen. (Auf chinesisch hört sich das eigentlich viel geiler an, vor allem die den Kampf betreffende subtile Unterscheidung zwischen "seine Kräfte messen" und "jemandem ordentlich eine einschenken".)

Als ich ihm sage, dass ich mir um ihn Sorgen gemacht hätte und ihn frage, ob er sich mit jemandem geprügelt habe, entgegnet er ganz lässig, dass zumindestens in Shanghai keiner wagen würde, ihn herauszufordern. Da ich Xiao Lus Kampfkünste schon am eigenen Leib erfahren durfte, glaube ich das aufs Wort.

Held.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

vielen dank!
1) für die berichterstattung (es gab nie zweifel)
2) für das sehr geistreiche zitat. wurde sofort übernommen.